28.04.2018: (Presse) Spielplätze: Das lange Warten auf den Sand

Kinder Woran es in Torney und Irlich hakt – Stadt erklärt Prozedere
Von unserer Redakteurin Christina Nover

Der Spielplatz in Torney ist eigentlich fertig – nur der TÜV-Bericht und der Rasen lassen noch auf sich warten

Neuwied. Die neuen Spielgeräte glänzen im Sonnenschein, die Sandfläche lockt zum Buddeln ein, doch ein Bauzaun versperrt immer noch den Zugang zum Spielplatz in der Thüringenstraße in Torney. Im Januar haben die Baumaßnahmen begonnen, nun warten die Kinder sehnsüchtig darauf, die Fläche wieder einzunehmen. Ein bisschen werden sie sich allerdings noch gedulden müssen, wie eine Nachfrage bei der Stadt ergeben hat. „Wir warten noch auf den abschließenden TÜV-Bericht“, erklärt Nicolas Siebke vom städtischen Bauamt.
Selbst wenn der TÜV nichts zu beanstanden hat und keine Nachbesserungen nötig sind, rechnet Siebke damit, dass es noch rund zwei Monate dauert, bis sie den Spielplatz freigeben können. Denn durch die Bauarbeiten bei Wind und Wetter ist aus der ehemaligen Wiese erst eine Matsch- und nun eine Erdlandschaft geworden. „Diese Woche hat der Garten- und Landschaftsbauer den Rasen ausgesät. Und bis der angewachsen ist, dauert es eben seine Zeit – das ist Natur“, ergänzt Harald Schwer, der beim Jugendamt unter anderem für die Spielraumplanung zuständig ist.
In der gesamten Stadt Neuwied gibt es 74 Spielplätze zu betreuen. Neben kleineren Instandsetzungsarbeiten und einzelnen Neuanschaffungen lässt der Haushalt laut Schwer pro Jahr lediglich zwei bis drei größere Maßnahmen zu. In diesem Jahr steht beispielsweise noch eine Umgestaltung des Spielplatzes „An der Linde“ in Feldkirchen an, der Abenteuerspielplatz an der Bimsstraße erhält einen großen Sandbereich, und auf dem Spielplatz auf den Rheinwiesen in Engers wird unter anderem die Einzelrutsche gegen einen Kletterturm getauscht.
Viele neue Geräte sind momentan schon auf dem Spielplatz „Am Eiskeller“ zu sehen. Doch Spielen darf auf ihnen noch keiner. Allerdings tut sich auf dem Gelände auch schon eine ganze Weile nichts mehr. Als Erklärung dafür führen die Verantwortlichen eine ungünstige Verkettung von Umständen an: Der Garten- und Landschaftsbauer, der in Irlich den Zuschlag erhalten hat, ist auch für die Spielplätze der städtischen Kita in Rodenbach und der neuen Kita Raiffeisenschule zuständig – und Letztere erhielten eine höhere Priorität. „Hier standen Fördergelder auf dem Spiel“, erklärt der zuständige Sachbearbeiter Marcus Theobald.

„Am Eiskeller“ in Irlich ist ein neuer Spielplatz entstanden. Die Bauarbeiten ruhen dort allerdings schon eine Weile

Rund drei Wochen herrscht „Am Eiskeller“ deshalb wohl noch Stillstand, danach sollen die Arbeiten jedoch zügig zu Ende gebracht werden. Laut Theobald fehlen unter anderem noch einige Geräte und ein Kleinsand-Spielbereich. Wenn alles klappt wie geplant, könnte der Platz im August offiziell freigegeben werden. „Uns ist natürlich klar, dass jetzt die Jahreszeit ist, in der die Kinder gerne die Plätze nutzen wollen“, sagt Harald Schwer voller Verständnis für den Ärger von Eltern und ihren Sprösslingen. Die Situation, die den Fortgang der Arbeiten in Irlich erschwert, ist laut Schwer eine Ausnahme, die auch durch den Vergabeprozess nicht hätte verhindert werden können. Dass die Bagger aber häufig erst im Frühjahr anrücken und Spielplätze in den mitunter reizvollsten Monaten des Jahres nicht nutzbar sind, ist ein wiederkehrendes Phänomen, für das Schwer eine einfache Erklärung hat: „Planung und Ausschreibung kann erst dann erfolgen, wenn wir wissen, wie viel Geld wir zur Verfügung haben.“
Der Haushalt der Stadt Neuwied für das Jahr 2018 wurde zwar im März schon verabschiedet, er bedarf jedoch noch der endgültigen Zustimmung der ADD. „Wenn es gut läuft, können wir die Aufträge dann im Spätherbst vergeben“, erklärt Schwer das Prozedere für die nächsten anstehenden Spielplatzprojekte. Baubeginn ist bei diesen Voraussetzungen dann eben voraussichtlich erst wieder im Frühjahr des kommenden Jahres. Hinzu kommt nämlich: Bei der Bestellung von Spielgeräten gibt es trotz einer Vielzahl an Anbietern auf dem Markt lange Wartezeiten. Dafür halten die Geräte dann aber auch 15 bis 20 Jahre lang.

Rhein-Zeitung – Kreis Neuwied, 27. April 2018

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